Weihnachtsessen richtig genießen

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Hast Du auch jedes Jahr einen regelrechten Horror vor der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit? Denkst Du auch mit Schrecken an die vielen Leckereien und das schwer verdauliche Weihnachtsessen? Uns schicken liebe Freunde und die Familie jedes Jahr tolle Leckereien per Post. Außerdem lauern überall Lebkuchen, Dominosteine, Spekulatius und selbst gebackene Kekse. Nicht immer kann ich einen hohen Bogen darum machen, stoße ich doch vielleicht jemanden vor den Kopf. Dann kommen auch noch die Weihnachtstage, wo lecker und viel zu viel aufgetischt wird und auch mal ein Gläschen getrunken wird.

Was beschert mir diese Zeit: Sodbrennen, zu viele Kilos auf der Waage, Müdigkeit, Völlegefühl, Blähungen und eventuell sogar Übelkeit vom Weihnachtsessen.

Glück ist, dass es diese Zeit nur einmal im Jahr gibt und so sorge ich vor.

Selbst backe und kaufe ich nur noch Süßigkeiten mit gesunden Zutaten, die kein weißes Mehl und keinen Zucker enthalten. Denn Datteln und Ahornsirup können Plätzchen und andere Süßigkeiten auch süß machen. Dieses Jahr habe ich auch mit alternativen Rezepten rumprobiert und einen Kuchen komplett ohne Mehl, sondern mit pürierten Süßkartoffeln gebacken. Das Ergebnis hat sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen, die eine Hälfte der Probanden war sehr irritiert und wusste nicht so recht, was sie davon halten sollen, die anderen haben ihn hoch gelobt und um die letzten Reste gekämpft.

Trotz der ganzen leckeren Dinge, halte ich auch an den Weihnachtstagen die Essenspausen von mindestens 4 Stunden ein, damit meine Mitte (die Verdauung) in Ruhe arbeiten kann. Das heißt aber auch keinen Latte trinken und kein noch so kleines Bonbon lutschen.

Außerdem füge ich dem Frühstücksbrei Kardamom zur besseren Verdauung hinzu und esse eher Hirsebrei und mal keinen Haferbrei (Hirse ist leichter zu verdauen). Dem Essen am Mittag und Abend füge ich verdauungsfördernde Kräuter zu: Rosmarin, Koriander, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie.
Das Zufügen der Kräuter macht auch aus anderen Gründen sehr viel Sinn:
Oregano ist ein Kraut, welches das Magen-Qi (Energie) absenkt und somit gegen Übelkeit und Erbrechen helfen kann (oder sie vorbeugen kann). Es entspannt auch die Leber und wirkt somit gegen den Weihnachtsstress.
Rosmarin regt den Kreislauf an, damit nicht alle nach dem Weihnachtsessen schlapp in den Seilen hängen. Gegen die Müdigkeit und zum Kreislauf anregen hilft auch ein Spaziergang an der frischen Luft.

Alkohol hilft leider nicht beim Verdauen. Ganz im Gegenteil. Die Leber ist dann erstmal mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt und kann dann leider nicht das Fett abbauen. Die Verdauung wird verlangsamt. Da hilft die Tasse Kaffee oder der Espresso nach dem Essen schon mehr und vertreibt auch die Müdigkeit.

Bei mir kommt es nach einem reichhaltigen Essen auch schon mal zu Sodbrennen. Da hilft mit dann am besten ein Glas Wasser mit 1-2 Teelöffeln Heilerde. Das nimmt nicht nur die Säure auf, sondern bindet auch gleich noch das Fett und reduziert das Cholesterin. Es ist somit also auch eine Linderung, wenn Du Fett nicht gut verträgst oder einen zu hohen Cholesterinwert hast.

Wenn Du nicht selbst kochen konntest (und somit nicht die obigen Kräuter verwenden konntest) und dann Blähungen und Magenkneifen bekommst, hilft ein Kamillen- oder Fenchel-Anis-Kümmel-Tee (bei Letztem aber Achtung bei Magen-Hitze, wie Sodbrennen oder Magenschleimhautentzündung). Übrigens, wenn Du täglich Blähungen hast, zeigt das ein Ungleichgewicht im Körper an. Oft ist es ein Milz-Qi-Mangel durch zu viel kalte und rohe Nahrung. Dann hilft es drei warme Mahlzeiten am Tag zu essen. Rohkost, Brot und Milchprodukte solltest Du dann meiden.

Das üppige Weihnachtsessen kannst Du die Tage danach versuchen auszugleichen. Aber Essen komplett ausfallen zu lassen, ist keine so gute Idee. Zum einen bekommt der Körper dann nicht mehr die Nährstoffe, die er braucht und er kommt in einen „Hungernot“-Modus und lagert dann alles was er bekommt in „Langzeit-Polster“ an. Nährstoffmangel zeigt der Körper auch gerne mit Heißhungerattacken am Abend und mit Süßhunger. Süße Nahrung nährt nämlich unsere Mitte. Allerdings sollten das natürliche süße Lebensmittel sein (Karotten, Nüsse, Trockenfrüchte etc.) und nicht der Schokoriegel oder die Kekse.

Wenn Du magst, kannst Du nach den Weihnachtstagen einen Fastentag mit einer Gemüsebrühe-Trink-Kur machen. Bei so einer Trinkkur trinkst Du 2 Liter Gemüsebrühe über den Tag verteilt. Der Körper wird entlastet, aber er bekommt trotzdem wertvolle Nährstoffe und Wärme. Dafür brauchst Du:

– 3 Liter Wasser
– 3 Karotten (ca. 350g)
– 50g Grünkern (3 Esslöffel)
– 4 Wacholderbeeren
– 1 Pastinake (ca. 80g)
– 2 Lorbeerblätter
– ¼ Knollensellerie (ca. 80g)
– Brokkoli oder Zucchini (ca. 200g)
– Bund Petersilie
– 1 kleine Stange Lauch oder eine halbe große Stange (ca. 50g)
– ½ kleiner Fenchel (ca. 50g)
– ½ TL gemahlenen Kümmel
– 1 TL Kräutersalz

Koche die Brühe mindestens 2 Stunden, gieße sie dann mit einem Sieb ab und trinke sie über den Tag verteilt. Falls Dir das zu extrem ist, dann frühstücke einen Haferbrei mit Datteln und Nüssen, mittags iss Dich an einem Gemüsegericht ohne Fleisch und nur mit wenig Kohlehydraten satt und am Abend trinkst Du nur die Brühe. Wenn Du die Brühe aufbewahren möchtest, dann am besten in einer dunklen Flasche im Kühlschrank.

Ich wünsche Dir frohe Weihnachten und komme gut und gesund ins neue Jahr!

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