Oh Schreck, das Haar ist weg – Haarausfall, graues und sprödes Haar und anderer Äger mit Haar und Kopfhaut

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An manchen Stellen will man am liebsten keine Haare haben. Entweder ist dann alle zwei Tage rasieren angesagt oder man entschließt sich zu einer dauerhafte Haarentfernung. Aber wenn jeden Morgen beim Kämmen die Bürste voller Haare ist und das Waschbecken damit übersäht ist, löst das doch eine gewisse Panik aus – und das nicht nur bei uns Frauen. Haarausfall, dünnes und sprödes Haar ist bei Frauen nicht sehr beliebt und macht es schwer eine schöne Frisur zu kreieren.

Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist übrigens ganz normal. Aber wer stellt sich schon hin und zählt die ausgefallenen Haare 😉 Krankheiten wie die der Schilddrüse und Diabetes, aber auch Medikamenteneinnahmen wie z.B. Blutdrucksenker, Blutverdünner oder die Chemotherapie wirken sich auf die Haare aus. Auch längerer Stress, seelische Belastungen und Hormonschwankungen können die Haare beeinflussen.

Für Haarausfall kann auch ein Vitamin- und Mineralstoffmangel verantwortlich sein. Zum Beispiel spielen Zink, Selen, Eisen und die Vitamine A, C, D und einige B-Vitamine eine Rolle beim Haarwuchs.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat das Leber-Blut und die Niere Einfluss auf die Haare. In der TCM kann man über Akupunktur, aber auch über Kräuter und Ernährung Einfluss nehmen.

Fällt das Haar also aus oder wird vor dem 40. Lebensjahr schon grau, kann ein Nieren-Energie-Mangel vorliegen. Beim Nieren-Energie-Mangel hat man typischerweise auch Schmerzen im unteren Rücken. Ist das Haar spröde und glänzt es nicht, dann kann es ein Ungleichgewicht beim Leber-Blut sein. Bei Blut-Mangel können die Haare ausfallen und sehr splissig sein. Typisch ist der Haarausfall zu Zeiten von viel Blutverlust – wie z.B. nach einer Geburt oder einer OP.

Die rote Goji-Beere kann die Blutbildung unterstützen. Den roten Beeren, die auch Bocksdorn-früchte oder Augenbeeren genannt werden, sollen unter anderem Haar- und Nagelwachstum anregen und grauen Haaren vorbeugen. In TCM-Sprache nähren sie die Flüssigkeiten im Körper, also das Yin und das Blut. Sie stärken auch das Immunsystem, wirken sich positiv auf die Darmflora und die Libido aus und verhindern unscharfes Sehen und Mouche volantes (kleine schwarze schwimmende Punkte beim Schauen auf weißen Hintergrund), welche auch bei Leber-Blut-Mangel entstehen kann. Etwa eine Handvoll Goji-Beeren am Tag werden empfohlen. Man kann sie entweder naschen, in den Frühstücksbrei zufügen oder mit 200 ml heißem Wasser aufgießen und als Tee trinken und dann die mit Wasser aufgequollenen Goji-Beeren auslöffeln.

Eine intakte Darmflora ist für die Haare wichtig, denn wenn der Darm nicht gut funktioniert, dann können auch manche Vitamine nicht mehr genügend aufgenommen werden. Somit kann also auch eine Darmsanierung helfen. Die Goji-Beeren wirken sich zwar positiv auf die Darmflora aus, reichen aber unter Umständen nicht aus.

Auch schwarzer Sesam gilt als Mittel zum Vorbeugen vor grauem Haar und Haarausfall in der TCM. Am besten mörsert man ihn und krümelt ihn unter den Frühstücksbrei oder streut ihn über Salat, Gemüsegerichte oder Suppe. Ein Teelöffel am Tag ist empfohlen. Man kann ihn aber auch ungemörsert in 100 ml Wasser quellen lassen und dann in den Brei oder ins Essen rühren. Der schwarze Sesam nährt das Nieren-Yin, welches wichtig ist für die Befeuchtung unserer inneren Organe. Leidet man unter Nieren-Yin-Mangel, dann hat man typischerweise auch Verstopfung, Hitzezeichen und eventuell Knieschmerz. Ausreichend Schlaf, besonders vor 24 Uhr hilft auch das Nieren-Yin zu stärken.

Die Nieren werden über die Ernährung z.B. mit Bohnen (schwarze oder rote), Linsen, Hafer, Maronen, Heidelbeeren, Brombeeren und Algen gestärkt (Achtung bei Schilddrüsenerkrankung mit den Algen).

Ein Sud aus Maulbeerblättern kann das Austrocknen der Haare verhindern und gegen lästiges Kopfjucken wirken. Dazu 5 Gramm (etwa zwei gut gefüllte Esslöffel) Maulbeerblätter in 150ml Wasser kochen, abkühlen lassen, abgießen und dann mit 50-100ml kaltem Wasser auffüllen, damit es eine angenehme Temperatur erhält. Die Flüssigkeit dann langsam über den ganzen Kopf verteilen und als Shampoo benutzen – aber bitte nicht erwarten, dass es schäumt 😉 Geschnittene Maulbeerblätter (pharmazeutisch: Mori Fol.) kann man lose in einer gut sortierten Kräuter-Apotheke kaufen.

Aber auch außerhalb der TCM gibt es tolle Tipps für dickeres und fülligeres Haar. Früher hatte ich dünnes und schnell spröde werdendes Haar. Ich habe meine Friseurin überrascht, weil ich nach einigen Wochen mit der täglichen Einnahme von Schüssler Salz Nummer 11 (Silicea) viel dickeres und volleres Haar bekam. Dazu habe ich pro Tag 3 mal 3 Tabletten davon im Mund zergehen lassen. Man kann aber auch 10 Tabletten in eine 0,5 oder 0,75 Liter Wasserflasche füllen, gut durchschütteln und diese über den Tag verteilt schluckweise trinken. Das ist für Berufstätige oft einfacher als die Tabletteneinnahme. Auch meine Nägel sind dadurch fester geworden. Allerdings musste ich sie leider auch öfter schneiden, denn sie wuchsen auch schneller 🙂

Eine Ernährung mit Mais, Möhren, Spinat, Sojabohnen, Löwenzahn, Brennnessel, Aprikosen und Granatapfel unterstützen das Auffüllen von Silicea im Körper im Zellzwischenraum. Schüssler Salz Nr. 11 bringt es dann in die Zelle. Ein Gleichgewicht zwischen dem Mineralhaushalt des Zellzwischenraums und des Zellinneren sollte angestrebt werden.

Man kann auch mit Schüssler Salz Nr. 6 (Kalium Sulfuricum) ergänzen. Es ist ein Sauerstofflieferant für die Zelle und geeignet wenn das Haar glanzlos und spröde ist. Auch gegen Schuppen und Jucken auf der Kopfhaut kann Nr. 6 helfen. Wenn man dann noch gleichzeitig Möhren, Mandeln, Gerste, Hafer, Leinsamen und Petersilie isst, wird der Zellzwischenraum damit versorgt und Schüssler Salz Nr. 6 bringt den Mineralstoff in die Zelle.

Eine Übersäuerung des Körpers kann sich auch auf die Haare auswirken und auch die Ursache von Schuppen sein. Ernährung mit Weißmehlprodukten, Zucker, Wurst, Fleisch und Milchprodukten übersäuert den Körper. Basenreiche Ernährung mit viel Gemüse, Kräutern und Mandeln können da Abhilfe schaffen. Damit schlägt man auch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe. Auf die Art und Weise bekommt man die Säure in den Griff und ist auch gleich mit den nötigen Vitaminen und Mineralien versorgt.
Regelmäßige Basenbäder (Ganzkörper oder Fußbänder) können noch unterstützend bei der Entsäuerung eingesetzt werden. Die Haut ist nach so einem Bad ganz weich und sollte dann nicht eingecremt werden. Die Übersäuerung wird auch für die lästige Cellulite, unter der viele Frauen an Oberschenkeln und Po leiden verantwortlich gemacht.

Auch durch Stress übersäuert der Körper. Die Stresshormone beeinflussen Atmung, Verdauung und Durchblutung. Wir atmen flacher bei Stress, dadurch bekommt der Körper weniger Sauerstoff und die Zellen können weniger Energie bereitstellen und übersäuern leichter. Deshalb helfen auch Atemübungen, bei denen besonders das tiefe vollständige Atmen geübt wird und alle Übungen und Techniken, die den Stress reduzieren (autogenes Training, Meditation, Yoga, Entspannungs-Hypnose etc.).

Viel Spaß beim Ausprobieren der Tipps und ich hoffe Ihr habt bald wieder volles und schönes Haar!

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