Das Gedankenkarussell – Bist Du ein Grübelwesen oder ein Lebewesen?

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Roberta liegt im Halbschlaf im Bett und ihr Gedankenkarussell im Kopf ist wieder ganz aktiv, obwohl sie eigentlich vor dem ersten Kaffee noch gar nicht nach außen hin kommunizieren kann. Auch später beim Frühstück ist sie mit ihren Gedanken nicht bei ihrem Essen und dem Kaffee, sondern wälzt gedanklich Probleme.

Auch Gedanken und Medienkonsum müssen verdaut werden

Was macht jetzt aber dieses ständige Denken mit Roberta? Es vergiftet ihr regelrecht das Hirn und kostet sie unglaublich viel Energie. Denn genauso wie übermäßiges Essen unsere Mitte belastet und das Organ Milz schwächt, so tun es auch die vielen Gedanken. In der Traditionellen Chinesischen Medizin zählen die Organe Milz und Magen zur sogenannten Mitte und stehen für unsere Verdauung. Essen wird von der Mitte aufgespalten in Nährwerte, gute Inhalte, sogenanntes „Klares“ und das „Trübe“, das nicht Brauchbare. Das Trübe wird hinab geleitet zu den Ausscheidungsorganen und das Klare steigt auf und wird im Körper verteilt. Dasselbe passiert auch mit anderen Dingen, die wir zu uns nehmen über Lesen, Computer surfen oder spielen, Fernsehen und eben Grübeln. Vor Allem kommt es auch auf den Inhalt an, was wir da konsumieren, wie z.B.  schlechte Nachrichten, Krimis, Horror etc. Auch diese Dinge müssen „verdaut“ werden. Durch ein „Zuviel“ an Essen oder Geistesnahrung wird die Mitte geschwächt. Aber auch umgekehrt gilt, wenn die Mitte geschwächt  ist, dann kann es dadurch zu vielem Grübeln kommen.

Wenn sich das Grübeln nun aber ständig um vergangene Dinge dreht, die wir nicht mehr ändern können oder um Dinge in der Zukunft, die meistens sowieso nicht so eintreten, wie wir uns das zusammen reimen, dann belastet es nur unnötig unser Hirn und unsere Verdauungsorgane. Grübelwesen verpassen auch ihr Leben. Denn sie sind mit den Gedanken in der Vergangenheit und in der Zukunft und nicht im Hier und Jetzt. Die Schönheit des jetzigen Moments geht leider verloren. Durch Grübeln entstehen Ängste  und wo dies beides vorhanden ist, da herrscht ständig Stress und Druck im System. Einfach mal loslassen und entspannen geht gar nicht mehr.

Die falschen Fragen

Grübeln hat in der Regel nicht wirklich was mit Denken zu tun und schon gar nicht mit Lösungsfindung. Grübeln bedeutet, Sachen nachzuhängen, ständig wieder zu käuen ohne effektiv zu einer Lösung zu kommen. Dieses Problemewälzen ohne Lösungen zu suchen, trainieren Menschen sich in der Regel selbst an oder haben gelernt, dass man sich immer fragen muss „warum ist dies und jenes so“. Solche „Warum“-Fragen bringen uns aber selten weiter. Die richtigen Fragen wären „Was kann ich …“ oder „wie kann ich …“.

Oft stecken Ängste hinter dem Grübeln, aber auch durch das Grüblen können weitere Ängste entstehen und diese regelrecht zementiert werden. Angst zu versagen (Perfektionismus), Angst vor Blamage, Angst nicht anerkannt oder geliebt zu werden oder Existenzängste.

Drei Wege raus aus dem Grübeln

Aus den oben geschilderten Dingen gibt es nun 3 Wege aus dem Grübeln:

  1. Kümmere Dich um Deine Verdauung und stärke Deine Mitte
    1. Vermeide übermäßiges Essen
    2. Iss ein warmes Frühstück, dass Dich Dir Energie für den Tag gibt und den Körper wärmt
    3. Reduziere Kuhmilchprodukte und im Winter kalte Lebensmittel, denn sie schwächen Deine Mitte und lassen sie verschleimen.
    4. Reduziere den Medienkonsum (Fernsehen, Computer, Handy und Lesen) und schaue auch was Du da gerade konsumierst.
    5. Gehe zur TCM-Therapeutin und lass Dich im Bezug auf Deine Verdauung beraten und behandeln. Es gibt die Möglichkeit mit Akupunktur, Kräutertherapie und Ernährungstipps Deine Mitte zu stabilisieren.
  2. Trainiere das Umdenken und Lösungen finden
    1. Streiche die „Warum“-Fragen und ersetze sie gegen „Was“- oder „Wie“ –Fragen.
    2. Fehler dürfen im Leben gemacht werden und sind wichtig, um sich weiter zu entwickeln. Sie sind nicht dazu da, dass wir uns selbst nieder machen und schuldig fühlen. Lerne aus Deinen Fehlern und frage Dich, was Du in Zukunft anders machen kannst, um den Fehler zu vermeiden und tue es dann auch.
    3. Du bist nicht Deine Gedanken, sondern Du hast nur Gedanken und bist auch der Chef über Deine Gedanken. Du musst einen Gedanken, der kommt, nicht zu Ende denken und kannst ihn auch ziehen lassen. Du kannst immer entscheiden, ob Du diese Gedanken weiter denken und ausschmücken möchtest oder ob Du lieber etwas anderes Denken möchtest.
    4. Es sind meistens mehrere Stimmen im Kopf, die man das „Innere Team“ nennt. Da kann es einige Teammitglieder geben, die sich immer wieder sehr mit negativen Kommentaren hervor Am bekanntesten ist der „Innere Kritiker“. Es gibt Möglichkeiten dieses innere Team mal zu untersuchen und miteinander verhandeln zu lassen. Außerdem muss klar werden, dass Du der Teamleiter bist. Das geht besonders gut in einer leichten Trance – also mit einer nicht so tiefen Hypnose.
  3. Sei achtsamer und stelle Dich Deinen Ängsten
    1. Lebe achtsamer und nimm Deine körperlichen Reaktionen und Gefühle wahr. Dann kannst Du in den Mechanismus des Emotions-Ausnahmezustandes eingreifen. Dafür gibt es viele schöne Methoden, die ich in meinem VHS Kurs „Umgang mit Emotionen“ aufzeige. Du bist nicht Opfer Deiner Emotionen und Gedanken. Mit Achtsamkeit kannst Du das Leben auch wieder im Hier und Jetzt spüren und genießen. Du hast dann nicht mehr das Gefühl, dass Dein Leben nur an Dir vorüberzieht und Du in Stress, Ängsten und Sorgen versinkst.
    2. Du hast eine Lösung für Deinen Fehler gefunden, aber hast noch Angst die Lösung wirklich durchführen zu können? Dann mach Selbsthypnose. Entspanne Dich z.B. abends im Bett und stelle Dir dann bildlich vor, wie Du die Lösung gut hin bekommst. Spiele sie im Detail durch. Fühle in Dich hinein, wie gut sich das anfühlen wird. Hab Dein Ziel direkt vor Augen. Beziehe alle Sinne mit ein und vor allem Dein gutes Gefühl dabei, wenn das Ziel erreicht ist.
    3. Frage Dich doch mal, was denn im schlimmsten Fall der Fälle passieren könnte. Oft ängstigen wir uns vor Dingen, die uns weder umbringen noch sonst einen schrecklichen Verlauf nehmen würden. Klar haben Fehler Konsequenzen, aber in der Regel kann man mit diesen Konsequenzen durchaus leben und sie akzeptieren.
    4. Traue Dir mehr zu und überwinde Deine Ängste durch Tun. Denn umso mehr Du angstbesetzte Situationen meidest, umso mehr Macht bekommt die Angst und Dein Leben wird immer eingeschränkter. Wenn Du es einfach tust, wirst Du immer öfter feststellen, dass die Gedanken, die Du vorher hattest gar nicht eingetroffen sind. Du wirst von Mal zu Mal an Selbstvertrauen gewinnen.
    5. Mit einer Hypnosetherapie kannst Du zusammen mit Deiner Therapeutin Deine Ängste angehen und stärke Dein Selbstvertrauen.

Wir haben nur das eine Leben. Mach Dich auf, genieße es und sei ein Lebewesen!

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